Erfolg kann zur stillen Gefangenschaft werden,
wenn Kontrolle nicht mehr Werkzeug ist, sondern Zustand.„Kangaroo Boss“ erzählt von der Spannung zwischen dem Instinkt zu führen, aufzubauen, zu gestalten und der dunkleren Kehrseite: dem Wunsch, endlich loszulassen, ohne dabei alles zu verlieren.

Diana Amendt
Oktober 2025, Stuttgart
Acryl auf Leinwand
100 x 70 cmAls Kunstdruck erhältlich in A6, A3 und A2.
Und doch bleibt etwas angespannt.Das Känguru steht am Pool, an einer scheinbar perfekten Kulisse zum Loslassen. Und trotzdem wirkt sein Blick fast gläsern, als wäre es innerlich nicht ganz da. Als würde etwas es festhalten.Es könnte in den Pool springen. Es will vielleicht sogar. Aber es tut es nicht.Im Hintergrund der offene Laptop mit einem noch laufenden Geschäfts-Call. Der Laptop ist wie ein unsichtbares Band, eine Erinnerung an Verantwortung, Verpflichtung, Kontrolle. Selbst im Paradies bleibt ein Teil von ihm im „Business-Modus“ hängen.Diese Szene beschreibt für mich die Ambivalenz des Archetypen des Führers, des Herrschers.Seine Sonnenseite bringt starke Persönlichkeiten hervor, die führen, leiten, erschaffen und bereichern. Sie sorgen für Struktur und Klarheit für alle und sind unabdingbar für unsere Gesellschaft.Im Job, aber genauso im Privaten, wenn wir Verantwortung übernehmen, die Urlaubsgruppe organisieren oder Entscheidungen treffen, damit etwas funktioniert.Doch die Schattenseite ist der Preis dafür: nicht abschalten können. Nicht loslassen. Nicht einfach nur sein.Und die Angst, dass alles entgleist, sobald man die Kontrolle aus der Hand gibt.Genau zwischen diesen Polen steht dieses Känguru:
Bleibe ich in meinen Verpflichtungen und halte alles zusammen?
Oder springe ich endlich in den Pool und riskiere den Kontrollverlust?Als Teil der Serie Animae Lucidae (Leuchtende Seelen) verkörpert dieses Werk den Archetypen der Führung in seiner reinsten Form: hellwach, verantwortungsvoll, doch im Innersten immer auf der Suche nach einem Ort, an dem auch der Herrscher einmal ruhen darf.

Die Tiere, die Szenen – all das scheint wunderbar zu dem ausgewählten Archetypen zu passen. Doch das war nie geplant.
Am Anfang steht lediglich ein inneres Bild, dem ich folge.Während des Malens spüre ich erst, welchem Anteil in mir ich begegne. Erst am Ende weiß ich, welcher Archetyp es ist.Vielleicht ist das gar kein Zufall, denn nach C.G. Jung schlummern diese zwölf Archetypen mal mehr oder mal weniger in uns allen.„Kangaroo Boss“ malte ich in meinem ersten Jahr in einer leitenden Position. Das wurde mir allerdings erst in einem Gespräch mit einem Gast auf einer Ausstellung bewusst.Mal sehen, ob sich am Ende meiner Serie wirklich alle zeigen.
Ich bin Diana Amendt, geboren in Sibirien und künstlerisch verwurzelt in Stuttgart.Meine künstlerische Praxis entwickelte sich durch eine frühe private Förderung sowie einen weitgehend autodidaktischen Weg außerhalb traditioneller akademischer Institutionen.Nachdem ich Kunst über viele Jahre als einen intimen Raum persönlicher Erforschung betrachtet hatte, reduzierte ich 2018 meinen Hauptberuf als Marketingstrategin auf Teilzeit, um mich seither intensiv meiner künstlerischen Arbeit zu widmen. Seitdem zeige ich meine Werke in Galerien und auf Kunstveranstaltungen in Süddeutschland.In meiner Kunst erschaffe ich bewusste und unbewusste Räume – irgendwo zwischen popsurrealer Malerei, Acryl Pouring, Lichtskulpturen und Videoanimation.Lorem IpsumMeine Kunst verlangt keine Interpretation – sie lädt ein, emotionale Räume zu betreten und Stimmungen einfach geschehen zu lassen.
